Panikmache statt Medizin – Ein ganz großen Bogen darum.
Am 02.07.2025 suchten wir mit unserem Diensthund das VetZentrum Köln im Notdienst auf – und wurden dort mit einer medizinischen Einschätzung, einem Auftreten und einem Kostenmanagement konfrontiert, die aus unserer Sicht in keiner Weise mit einer verantwortungsvollen tierärztlichen Versorgung vereinbar sind.
Unser Hund hatte zwei sehr kleine, oberflächliche Verletzungen – einen kaum sichtbaren Schnitt auf der Zunge und eine minimale Läsion im hinteren Rachenbereich. Keine dieser Verletzungen blutete, das Allgemeinbefinden war stabil, Kreislauf, Schleimhäute und Verhalten unauffällig. Es lagen keinerlei Hinweise auf einen inneren Blutverlust oder eine akute Gefährdung vor.
Trotz dieser objektiv harmlosen Befunde wurde vom behandelnden Tierarzt nahezu sofort eine Bauchhöhlenoperation empfohlen – mit der Begründung, es könne sich ein Fremdkörper (z. B. eine Glasscherbe) im Bauch befinden. Dabei wurde bereits durch die Wortwahl, den Ton und das Auftreten des Arztes der Eindruck vermittelt, der Hund sei akut lebensbedrohlich verletzt. Diese Panikmache – als würde der Hund innerhalb kürzester Zeit sterben, wie suggeriert wurde – war völlig deplatziert und fachlich nicht zu rechtfertigen.
Zwar wurde der Hund abgetastet und es wurde versucht, den Würgereflex auszulösen – doch gerade im Zusammenhang mit dem Verdacht, der Hund könne eine Glasscherbe verschluckt haben, ist dieses Vorgehen hochgradig bedenklich und medizinisch riskant. Ein solches Manöver hätte zu inneren Verletzungen führen können und ist aus unserer Sicht bei einem solchen Verdacht unverantwortlich.
Wir selbst verfügen über einen medizinischen Hintergrund und schlugen daher ruhig und sachlich sinnvolle Alternativen vor: eine gezielte Untersuchung und ggf. Versorgung der Rachenverletzung, eine endoskopische Kontrolle der Speiseröhre und gegebenenfalls eine bildgebende Diagnostik. Diese Vorschläge wurden jedoch ignoriert. Stattdessen wurde weiter auf eine sofortige Bauch-OP gedrängt.
Erschwerend kam hinzu, dass es sich bei dem Hund um einen aktiven Diensthund handelte, für den eine unbegrenzte, schriftlich bestätigte Kostenübernahme durch den Dienstherrn bestand. Doch diese Information wurde durch das Klinikpersonal ignoriert. Uns wurde ein Gesamtbetrag von über 7.000 € genannt – davon sollten wir sofort 3.500 € privat zahlen, andernfalls würde keine weitere Maßnahme erfolgen.
Der Gesamteindruck war fatal: eine unverhältnismäßige medizinische Eskalation, fehlende Diagnostik, ein fahrlässiger Umgang mit potenziellen Risiken, überhöhte und intransparente Kostenforderungen – und eine spürbare wirtschaftliche Orientierung, bei der das Tierwohl zur Nebensache wurde.
Nach reiflicher Überlegung entschieden wir uns, den Hund mitzunehmen und eigenverantwortlich engmaschig weiter zu überwachen. Auch nach Ablauf einer Nacht zeigte er keinerlei Symptome – was unsere Entscheidung im Rückblick eindeutig bestätigt.
Fazit: Das, was wir im VetZentrum Köln erlebt haben, ist aus medizinischer wie ethischer Sicht nicht hinnehmbar – insbesondere im Umgang mit einem Diensthund. Fehlende Verhältnismäßigkeit, ökonomischer Druck, medizinische Unsicherheit und eine deplatzierte Dramatisierung des Befundes lassen uns zu dem klaren Schluss kommen: Wir raten dringend von einem Besuch ab.







