Unseriös
Aus meiner Sicht besteht der Verdacht, dass auf der Plattform in erheblichem Umfang Kurse und Workshops beworben werden, obwohl für diese tatsächlich keine konkreten Buchungstermine verfügbar sind. Dies könnte Verbraucherinnen und Verbraucher darüber täuschen, wie realistisch und kurzfristig Gutscheine tatsächlich eingelöst werden können.
Hintergrund ist mein eigener Fall: Ich verfüge über einen Geschenkgutschein und wollte damit einen bestimmten Kochkurs in meiner Region buchen. Auf der Kursseite wurde zunächst der Eindruck erweckt, es gebe eine reale Buchungsmöglichkeit. Tatsächlich stellte sich heraus, dass kein Platz verfügbar war. Auch bei mehreren von mir anschließend geprüften Ersatzangeboten ergab sich dasselbe Bild: Die Kurse wurden auf der Plattform weiterhin dargestellt, waren aber tatsächlich nicht zeitnah buchbar oder wiesen nur den Hinweis „Neue Termine in Kürze“ auf.
Ich habe mich daraufhin schriftlich an die Plattform gewandt und um Rückerstattung des Gutscheinwerts gebeten. Dies wurde abgelehnt. Stattdessen wurde darauf verwiesen, dass der Gutschein als Mehrzweck-Gutschein grundsätzlich im gesamten Sortiment einlösbar sei. Praktisch hilft dies jedoch nur eingeschränkt weiter, wenn ein erheblicher Teil der beworbenen Angebote derzeit gar keine konkreten Termine anbietet.
Um den Einzelfall zu überprüfen, habe ich anschließend eine eigene KI-Stichprobe von 100 auf der Plattform beworbenen Eventseiten durchgeführt und dokumentiert. Dabei habe ich für jede Seite den Veranstaltungstitel, die Webadresse und den sichtbaren Status erfasst. Das Ergebnis war auffällig: Bei 92 von 100 geprüften Seiten erschien der Hinweis „Neue Termine in Kürze“, also gerade kein konkret buchbarer Termin. Nur bei 8 von 100 Seiten fand sich dieser Hinweis nicht.
Aus Verbrauchersicht stellt sich für mich deshalb die Frage, ob hier nicht ein strukturelles Problem vorliegt: Gutscheine werden mit dem Eindruck eines breiten, konkret verfügbaren regionalen Kursangebots verkauft, obwohl die tatsächliche Einlösbarkeit zumindest in vielen Fällen erheblich eingeschränkt sein könnte. Besonders problematisch erscheint mir, dass Verbraucher und Schenkende durch die Darstellung zahlreicher attraktiver Kurse möglicherweise zu einem Kauf veranlasst werden, obwohl diese Angebote in der Praxis über längere Zeit gar nicht buchbar sind.






